Eingewöhnungszeit

Die Eingewöhnung gestaltet sich individuell. Im Grundsatz orientieren wir uns dabei an dem Berliner Eingewöhnungsmodell. Es wird eine Zeitspanne von sieben bis maximal fünfzehn Werktagen eingeplant, wobei diese Zeitspanne uns nur als Richtwert gilt. In den ersten Tagen hat das Kind eine bekannte Bezugsperson als Begleitung in der Gruppe. Diese Bezugsperson soll in dieser Zeit möglichst nicht auf andere Kinder eingehen, damit bei dem eigenen Kind keine Eifersucht entsteht.

Die Begrüßung durch die Gruppenmitarbeiterinnen ist von großer Bedeutung. Hierbei sollte die Aufmerksamkeit immer auf die Begrüßungssituation gerichtet sein. Eine liebevolle Begrüßung ist wichtig. Dem Kind wird so der Übergang von der Familie zur Kindertagesstätte erleichtert.

In dieser Zeit wird sich die Erzieherin, die Erzieherinnen, behutsam dem neuen Kind nähern, es aber nicht zu etwas drängen und sich auch nicht aufdrängen. Diese Annäherung wird im Laufe der Tage immer intensiver stattfinden, bis sich das Kind an die neue Situation gewöhnt hat und sich der Erzieherin anvertraut. Ein Zeichen für einen gelungenen Bindungsaufbau ist, wenn sich auch das traurige und weinende Kind von den Erzieherinnen trösten lässt.

Es wird eine kurzweilige Abwesenheit der Mutter herbeigeführt. Diese Zeitspanne verlängert sich von Tag zu Tag. Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn jedes einzelne Kind den Vormittag in der Gruppe ohne seine vertraute Bezugsperson verbringt.

Besonders zu beachten ist auch die Situation der Eltern nachzuempfinden. Neben Angst und der Sorge das Richtige zu tun, muss auch das schlechte Gewissen beruhigt werden. Hierzu findet ein Kennenlernabend statt, damit sich die Eltern über unsere Arbeit informieren können und die Gelegenheit bekommen, Fragen zu stellen. Ebenso wichtig ist es für die Mitarbeiterinnen, sich über die Lebensgewohnheiten (Sauberkeitserziehung, Ess- und Trinkverhalten, Schlafenszeiten, etc.) der Kinder zu informieren.

Rituale
Rituale haben eine ganz große Bedeutung im Kinderalltag. Es ist sehr wichtig, dass vor allem in der ersten Zeit die Kontinuität gesichert ist, damit sich das Kind auf neue Bezugspersonen einstellen kann. Die neue Situation braucht Zeit, Geduld, Verständnis und die Unterstützung durch die Eltern.

Die Kinder orientieren sich an bestimmen Aktionen im Alltag. Rituale fördern das Gefühl einer Zugehörigkeit. Sie finden sich wieder in

  • Begrüßungs- und Abschiedsritualen,
  • dem Morgenkreis,
  • dem Singen und Beten vor dem gemeinsamen Frühstück,
  • dem Freispiel mit gruppeninternen Angeboten,
  • dem Spiel im Garten,
  • in Sing- und Gesprächkreisen.


In hohem Maße strukturieren auch wiederkehrende Rituale im Jahresverlauf den Alltag der Kinder z.B. Feste wie

  • Erntedank
  • Laternenfest
  • Weihnachten
  • Karneval
  • Ostern
  • Geburtstage.



Tagesablauf
Der Gruppenalltag beginnt zwischen 7.15 Uhr und 9.00 Uhr mit der Begrüßung des einzelnen Kindes durch die Mitarbeiterin der Gruppe. Nach dem Morgenkreis nehmen die Kinder gemeinsam ihr Frühstück ein. Im Anschluss daran folgen verschiedene Angebote wie z.B.:

  • freies Spielen
  • Malen und Basteln
  • Turnen
  • Experimentieren
  • Bauen und Gestalten
  • Geburtstage feiern
  • Projektarbeit
  • Ausflüge in die nähere Umgebung.


Da Bewegung im Freien für die kindliche Entwicklung wichtig und fördernd ist, bieten wir den Kindern bei jedem Wetter die Gelegenheit, Erfahrungen im Außengelände zu machen.

An den gruppenübergreifenden Aktivitäten nehmen auch die Kinder der U3 Gruppe teil.

Bildung und Erziehung
Die frühkindliche Erziehung ist in erster Linie Selbstbildung durch das Spiel. Die Kinder entwickeln und konstruieren die Strukturen, mit welchen sie ihre soziale, sachliche und geistige Welt erfassen, aus eigener Erfahrung heraus. Dazu stellt die Erzieherin den pädagogischen Rahmen, indem sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringt und die Kinder unterstützt und begleitet.

Sprache      

Voraussetzung zur Sprachentwicklung ist emotionale Sicherheit.                                               

  • Bewegung und Wahrnehmungsförderung
  • Kommunikation fördern (z.B. altersgemischte Gruppen, Sprechvorbilder)
  • Literatur, Bilderbuchbetrachtungen                                                                                                        Musikalische-, rhythmische Früherziehung, Singen
  • Rollenspiele.

Des Weiteren ist die Sprache und Sprachförderung im Kapitel 3.4 näher beschrieben.
Motorik
Die Kinder brauchen kindgerechte Räume, die zum aktiven Handeln auffordern, damit sich motorische Grundfähigkeiten weiterentwickeln lassen.
Platz für großräumige Bewegung bietet der Bewegungsraum, die Halle und das Außengelände mit Möglichkeiten zum

  • Kriechen, Klettern, Laufen
  • Rollen, Rutschen,
  • Bewegen auf unterschiedlichen Ebenen
  • das Bällebad
  • Ausflüge in die Natur (Feld, Wald und Wiese).


Kreativität, Naturwissenschaften und Umwelt
Die Erzieherinnen greifen die natürliche Entdeckungsfreude und das Interesse der Kinder auf, fördern und fordern sie heraus. Durch experimentieren, beobachten, prüfen und wiederholen sollen die Kinder eigene und miteinander gemachte Erfahrungen und gefundene Lösungen sammeln. Dazu stellen wir den Kindern Verschiedene Materialien zur Verfügung, suchen, sammeln und sortieren diese in Haus und Natur. Durch das Experimentieren mit verschiedenen Materialien erlernen die Kinder naturwissenschaftliches Grundwissen.

Emotionale Sicherheit und soziale Kompetenz
Das Kind wird in seiner Kultur und Individualität angenommen. Darum ist uns auch die Integration behinderter Kinder selbstverständlich und wichtig
Für jedes Kind gilt es:

  • einen Rahmen zu schaffen der es ermöglicht, sich von den Eltern
  • zu lösen und Kontakt zu den Erzieherinnen und Kindern aufzunehmen,
  • Gefühle und Handeln zuzulassen und ernst zu nehmen,
  • Selbständigkeit und Selbstbewusstsein zu fördern,
  • Konfliktlösungsmöglichkeiten gemeinsam zu erarbeiten.

Gesundheit und Ernährung

In den Alltag sind körperhygienische Maßnahmen integriert wie

  • Waschen von Gesicht und Händen
  • Eincremen
  • Wickeln, oder auf den Topf / die Toilette gehen
  • Duschen bei Bedarf.


Dazu gehört auch das Beobachten der Kinder die Anzeichen von Erkrankungen zeigen, um die Eltern informieren und beraten zu können.
Zur Stärkung der körperlichen Abwehrkräfte gehen wir mit den Kindern bei fast jedem Wetter an die frische Luft.

Schlafbedürfnis
Nach einer Phase des Spiels und der Bewegung benötigen die Kinder eine Ruhephase. Um sich aus dem Alltagsgeschehen zurückzuziehen lädt ein gemütlicher, sinnlicher Nebenraum zum Entspannen ein. Dort haben die Kinder die nötige Ruhe um ein Bilderbuch anzuschauen, sich eine Geschichte anzuhören, oder einfach zu Träumen.
Für den Vormittags-, oder Mittagsschlaf ist ein Schlafraum eingerichtet in dem jedes Kind sein eigenes Bett hat, in dem das eigene Kuscheltier auf den kleinen Schläfer wartet.


Ernährung
Die Mahlzeiten richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder. Kleine Kinder müssen gefüttert werden, die größeren Kinder essen selbständig. Bei der Ernährung werden gesundheitlichen Problemen, wie z.B. Allergien, berücksichtigt. Es wird auf eine ausgewogene Ernährung wert gelegt. Dies wird den Kindern durch das gemeinsame Zubereiten von Speisen, wie dem „gesunden Frühstück“, vermittelt.
Die gemeinsamen Mahlzeiten vermitteln den Kindern auch Esskultur, wie den Umgang mit Löffel, Gabel und Messer. Auch sollten die Kinder nach einer individuellen Zeit aus einem Glas oder Becher trinken können. Außerdem wird auf eine gute Atmosphäre, sowie auf einen ansprechend gedeckten Tisch geachtet, denn das Auge isst mit.


Elternarbeit

Die Eltern sind unsere direkten Ansprechpartner, wenn es darum geht, optimale Entwicklungsbedingungen für ihre Kinder zu schaffen.

Wichtige Elemente einer gelungenen Elternarbeit sind:

Eltern sind uns Willkommen!

  • Wir möchten eine Vertrauensbasis entwickeln, die auch Raum für wechselseitige Nachfragen und Kritik lässt
  • Informationsaustausch zwischen Eltern und Erzieherin
  • Regelmäßige Elternnachmittage, oder – Abende für den Austausch und Informationen
  • Regelmäßige Einzelgespräche
  • Beratung bei Bedarf
  • Dokumentation und Transparenz der eigenen Arbeit
  • Gemeinsame Feste
  • Elternbefragung zu Wünschen, Erwartungen und Bewertungen
  • Mitbestimmung und Mitarbeit im Alltag der Einrichtung.



Die Rolle der Erzieherin

Die fachliche und persönliche Kompetenz macht das professionelle Verhalten aus. Die Erzieherin sorgt für eine Atmosphäre in der sich die Kinder wohl fühlen und gefahrlos bewegen können. Sie muss ein liebevoller Ansprechpartner sein und den Kindern Respekt entgegenbringen, damit sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann.

Um die Kinder gezielt fördern zu können, bedarf es einer genauen Entwicklungs- und Bildungsbeobachtung. Wir stellen den Kindern Raum, Zeit und vielfältiges Material zur Verfügung, damit sie, entsprechend ihrem Entwicklungsstand, selbständig lernen, forschen, entdecken, ausprobieren und erkunden können.

Die Mitarbeiter bilden sich regelmäßig fort.


Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt,
sondern ein Feuer, das entzündet werden will.
Francois Rabelais