Persönlichkeitsentwicklung und soziales Verhalten

Wir nehmen jedes Kind als Individuum mit all seinen Stärken und Fähigkeiten an. Jedes Kind soll Anregungen erhalten, seine eigene Persönlichkeit zu entfalten und weiter zu entwickeln. Sein Selbstwertgefühl soll gefördert werden, um seine jetzige aber auch zukünftige Lebenssituation bewältigen zu können. Dort wo viele Menschen in Gruppen zusammen finden, erfährt der Einzelne seine Grenze wo die Freiheit des Anderen oder der Gruppe eingeschränkt wird. Durch phantasiereiches, schöpferisches, aktives Spiel soll sich jedes Kind frei entfalten können. Keiner wird gezwungen, jedoch sollen Impulse die Neugierde, den Wissens – und Forscherdrang der Kinder anregen. So können die kindlichen Bedürfnisse im frei wählbaren Spielort und mit frei wählbaren Spielpartnern befriedigt werden. Das Kind wird zur Eigeninitiative und zum freien Tun ermutigt und zum Denken heraus gefordert. Die ErzieherIn soll das Kind in seiner Neugierde, seiner Freude am Entdecken und Experimentieren unterstützen, wobei alle Sinnesbereiche durch unterschiedliche Materialien gefördert werden. Hilfestellung findet dort statt, wo die Kinder ihre Ausdrucksmöglichkeiten erweitern wollen. Wir möchten Kinder mit einem geringen Selbstbewusstsein durch Lob, Integration und Anerkennung herausfordern ein starkes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Kinder erleben im Kindergarten die Gruppe und damit alle verbundenen positiven, aber auch negativen Erfahrungen. In der Gemeinschaft erleben Sie Gefühle, Geborgenheit, Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, und Freundschaft. Sie lernen Konflikte gewaltfrei auszutragen und mit Frustration und Aggression umzugehen. Die Unabhängigkeit im Denken und Handeln entwickelt sich weiter, d.h. eine eigene Meinung zu entwickeln und diese zu vertreten, sowie andere Meinungen zu hinterfragen. Dabei sollen die anderen Kinder stets in ihrer Unterschiedlichkeit geachtet, respektiert werden. Dabei ist es wichtig auch Rücksichtnahme zu erlernen. Vermittlung der korrekten Ansprechweise von Erwachsenen und Kindern begleiten den partnerschaftlichem Umgang mit den Kindern. Die offene Freispielzeit, die einen sehr großen Teil unseres Tagesablaufes einnimmt, bietet den Kindern die Möglichkeit, ihre Entscheidungsfähigkeit zu stärken, da sie Spielpartner und Spielort frei wählen können und sich arrangieren lernen müssen. Absprachen und Regeln müssen getroffen und eingehalten werden. Für manche Kinder ist dieses eine große Herausforderung, jedoch geben sie dem Kind eine sinnvolle Orientierungshilfe – sie lernen ihr eigenes Verhalten einzuschätzen und entwickeln ihre Persönlichkeit als Teil einer Gruppe weiter. Um die Kinder nicht nur als Konsumenten zu erziehen, werden die Kinder altersgemäß an der Planung und Gestaltung des Kindergartenalltags beteiligt. Nur so erlernen Kinder Eigeninitiative und Selbstverantwortung für ihr Tun und Handeln.

Sprache und Sprachförderung

Seit 2012 wenden wir in der praktischen Arbeit, mit den uns anvertrauten Kindern, den Ansatz der alltagsintegrierten Sprachförderung an.
Wir verstehen die Sprache als unerlässlichen Schlüssel zum Verstehen der Welt. Sprache hilft, seine eigene Wahrnehmung zu strukturieren, seinem eigenen Denken, Handeln und Verstehen Ausdruck zu verleihen. Wir begleiten die Kinder in Ihrem Spracherwerb und dem Ausbau ihrer sprachlichen Fähigkeiten.
Im Rahmen des Bundesprogramms „Offensive Frühe Chancen“ Schwerpunkt- Kita Sprache & Integration wurde das gesamte Team fortgebildet und eine zusätzliche Kraft eingestellt, deren Aufgabe darin besteht, das Team, die Eltern und die Öffentlichkeit zum Thema Sprache & Sprachentwicklung zu sensibilisieren und zu informieren. Gemeinsame Verzahnung zwischen Kindergarten und Elternhaus bieten dem Kind eine gute Atmosphäre Sprache zu entdecken, auszuprobieren und weiter zu entwickeln.
Die ErzieherInnen kennen sich mit den Phasen des Spracherwerbs aus: vom typischen Lallen, über die Ein – Wort – Phase, Zwei – Wort – Sätze bis hin zum kompletten Satz. Bei jedem Kind verläuft diese Entwicklung anders und es ist eine Herausforderung Auffälligkeiten herauszufinden und Eltern bei Sprachentwicklungsstörungen zu sensibilisieren und mit den Eltern gemeinsam weitere Schritte einzuleiten (z.B. Besuch beim Kinderarzt).Ein wichtiger Meilenstein zur Erkennung ist da, das Kinder im Alter von 2 Jahren einen Wortschatz von ca. 50 Wörtern haben. Die Kommunikation mit den Eltern spielt in Bezug auf Sprachentwicklung eine besonders große Rolle und ist dem Team sehr wichtig. Im Austausch erfahren die Erziehungspartner, an welchem Lebensort (Kindergarten oder Elternhaus) die Kinder sich sprachlich ausdrücken und entwickeln.
Für Eltern, deren Erstsprache nicht deutsch ist, ist es wichtig zu wissen, dass sie am besten in der Sprache mit dem Kind sprechen, die sie selbst auch in Bezug auf Aussprache und Grammatik sicher beherrschen. Mehrsprachig aufwachsende Kinder haben so keinen Nachteil, sondern oft ist das Gegenteil der Fall: Ihr Sprachempfinden ist oft besonders ausgeprägt. Jedoch dauert der Spracherwerb etwas länger. Das Wichtigste ist es, dass Kinder in allen Sprachen eine ausreichende sprachliche Anregung bekommen. Ist eine Sprache als Muttersprache gut etabliert und kommt eine Zweitsprache hinzu, fördert eine gute Kenntnis der Erstsprache den Zweitspracherwerb.


Sieben Grundsätze beachten die ErzieherInnen:
 Dialoghaltung zum Kind:
Um den Kindern ein nachahmungswertes Vorbild zu sein, begeben wir uns wörtlich auf Augenhöhe des Kindes. Kleine Kinder lernen durch das Sehen und nachahmen unserer Mundbewegung und des Gesichtsausdruckes. Außerdem fühlen sie sich nicht angesprochen, wenn die Person, die mit ihnen spricht, zu weit weg ist.
 Geduld und Zeit für den Austausch mit dem Kind:
Kindern im Dialog gut zuzuhören und auf ihre Themen einzugehen, vermittelt dem Kind gegenüber eine wertschätzende Haltung. Wir zeigen ihm: Dich zu verstehen und dir jetzt zuzuhören, ist mir wichtig.
 Einfache Satzbildung:
Für Kinder ist es leichter, Wörter und grammatikalische Zusammenhänge in ihren eigenen Wortschatz zu übernehmen, wenn sie diese in einer einfachen Form erfahren. Dabei darf die Sprache des Erwachsenen durchaus etwas über dem kindlichen Niveau liegen und fordert das Kind so heraus, seinen eigenen Sprachschatz zu erweitern.
 Offene Fragen stellen:
Fragen die Kinder mit Ja oder Nein beantworten können, regen Kinder nicht dazu an ganze Sätze zu sprechen. Die Frage „Was möchtest du malen?“ regt die Kinder dazu an den bereits erworbenen Sprachschatz anzuwenden und auch weiter zu entwickeln. Eben vom Wort zum Satz hin.
 Falsches nicht korrigieren, aber korrekt wiederholen:
Oft können Kinder sich grammatikalisch nicht korrekt ausdrücken. Wenn die ErzieherInnen das Gesagte in der richtigen Form wiederholen und nicht auf den eigentlichen Fehler hinweisen, entsprechen sie dem Handeln der Kinder: Ein Kind erwartet auf den Inhalt seiner Aussagen eine Resonanz, jedoch nicht auf die Form.
 Das Handeln sprachlich begleiten:
Dieses ist ein zentraler Aspekt der Sprachförderung: das eigene Handeln sprachlich zu begleiten. Indem die Erzieherin beim Anziehen sagt:“ Zuerst ziehst du die Schuhe an, dann ziehst du die Jacke an.“, erhält das Kind Anregungen und Möglichkeiten sich in Sprache reinzuhören. Dabei ist es wichtig nicht in der Wir – Form zu sprechen, denn die Kinder haben die Aufgabe sich als eigenständige Person wahrzunehmen und somit von anderen abzugrenzen.
 Vorlesen, erzählen, reimen, singen:
Kindern den Zugang zu Büchern zu ermöglichen ist uns wichtig. Vorlesen und erzählen lassen hilft dem Kind dabei zu lernen und zu erleben, dass es unterschiedliche Sprachformen und Sprachebenen gibt. Oft kennen die Kinder die Bücher so gut, dass es Protest gibt, wenn etwas ausgelassen oder falsch vorgelesen wird. Gleichzeitig regt es die Kinder an die Geschichten selbst zu erzählen.
Reime, Gedichte und Lieder zeigen Kindern, dass Sprache klingt und einen Rhythmus hat und lädt sie ein selbst damit zu spielen. Dies unterstützt die Freude am sprachlichen Ausdruck.

Diese Grundsätze sind für einen sprachförderlichen Kindergartenalltag leicht umzusetzen ohne zusätzliche Ressourcen zu verlangen. Voraussetzungen dafür sind der Erwerb des Basiswissen einer jeder Erzieherin und deren Engagement das erworbene Wissen im Alltag umzusetzen. Dies führt dazu, die sprachförderliche Praxis im Alltag langfristig zu verankern. Dies stellt das Team bei häufigem Personalwechsel vor eine große Herausforderung: das Team muss im Prozess bleiben, sonst fällt die Einzelne zurück in alte Gewohnheiten. In regelmäßigen Teamsitzungen wird das Thema Sprachförderung und den damit verbundenen Entwicklungsschritten der Kinder besprochen. Dabei wird auch das Verhalten der Erzieherin reflektiert. Hierzu nutzt das Team die vom DJI entwickelten Beobachtungsbögen und die im Rahmen des Projekts eingeführte Methode der videogestützen Analyse. Hierzu werden von den Kindern Videoaufzeichnungen gemacht. Dies hilft der Erzieherin dabei Äußerungen von Kindern oder andere Zusammenhänge besser zu verstehen und nachzuvollziehen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Kind ist eine Form der Wertschätzung des Kindes und eröffnet einen ressourcenorientierten Blick zu entwickeln. Dabei stehen die Stärken und Fähigkeiten des Kindes im Mittelpunkt und spiegelt sich im Verhalten der Fachkraft zum Kind wieder.

Bewegung
Bewegung vermittelt die grundlegende Orientierung im Raum, im Körper und beim Handeln.
Die Möglichkeit sich zu bewegen, zu handeln, Umgang zu pflegen mit Menschen und Dingen zu erlernen gilt als Basis für den Bildungsprozess der Kinder. Die sogenannten Selbstbildungsprozesse der Kinder finden im inneren eines jeden statt. Es sind Verarbeitungsmöglichkeiten die Welt zu erforschen, zu experimentieren und Handlungsstränge nachzuvollziehen. Körpererfahrungen im sensorischen und motorischen Bereich bilden die Grundlage um Sinne, Sprache und Intelligenz weiter zu entwickeln. Von Geburt an, erleben Kinder Wut, Trauer, Freude und Angst. Diese Emotionen werden durch die gemachten Erfahrungen im Leben und bei Beziehungen der Kinder immer wieder neu bewertet. Im Kindergarten werden die Kinder immer wieder mit Emotionen konfrontiert (eigene, aber auch denen der anderen) und Bewegungserfahrungen unterstützen den Prozess der grundsätzlichen Entwicklung des Kindes. Bewegung und Emotionen hängen in besonderer Weise zusammen. Emotionen zeigen aber auch die Qualität von Beziehungen die Menschen miteinander haben. Bewegung gilt als elementarer Bereich, indem Kinder ihre Unabhängigkeit von Erwachsenen demonstrieren. Die Unterstützung der Erzieherin gestaltet sich in der Bewegungserziehung beobachtend und positiv unterstützend. Im Alltag erproben Kinder ihren Körper in Bewegung, um so ihre Körperwahrnehmung zu fördern. Im Kindergarten bieten wir den Kindern vielfältige Möglichkeiten zur Differenzierung Ihrer Körpererfahrungen: Im Bewegungsraum und im Außengelände, aber auch im natürlichen Gelände (z.B. im Wald). Die Kinder haben entwicklungsspezifische Gelegenheiten der Bewegung zur Auswahl: Die Bewegungsbaustelle nach Elfriede Hengstenberg mit Geräten aus Holz (Hühnerleiter, Leiter, Balancierstangen, Kipp- und Rutschbrett, Kippelhölzer, Hocker) oder im Außenbereich mit unterschiedlichen Schaukeln, Rutsche, Spielebenen in unterschiedlichen Höhen, Treppen, Roller, Laufrädern, Bobby Cars, Seile. Unsere Ausstattung befriedigt die komplexen Anforderungen, die Kinder an ihre körperlichen Fähigkeiten stellen und regt auch die Phantasie an. Bewegungsabläufe werden eingebettet in Szenarien und Geschichten und abenteuerliche Unternehmungen, z.B. Phantasiereisen, Bewegungslandschaften, der wöchentlichen Bewegungserziehung. Ebenso dienen Bewegungsangelegenheiten als Sprachanlass und sensibilisieren Kinder für Zusammenhänge zwischen Sprache und Bewegung. Diese Zusammenhänge erleben die Kinder in Kreis -, Hüpf-, Sing – und Laufspielen. Naturwissenschaftliches – logisches Denken erleben die Kinder beim Experimentieren mit unterschiedlichen Phänomenen: z. B. Kälte und Eis, Mischverhältnisse entdecken oder beim Bauen und Konstruieren. Die Grundlagen der Mathematik können die Kinder in den Projekten Entdeckungen im Entenland und Entdeckungen im Zahlenland nach Prof. Preiß kennen lernen. Die Kinder können sich in ihrem eigenen Rhythmus bewegen oder zur Ruhe kommen, sich alleine, paarweise oder in kleinen Gruppen betätigen. Auch in Entspannungs – und Massageübungen erleben Kinder positives Körperempfinden. Aber auch Abgrenzen und Ablehnen wird erlernt und geübt. Der Umgang mit Komplexität und das Lernen in Sinneszusammenhängen wird gefördert, die ErzieherInnen nehmen wahr, welchen vielschichtigen und neuen Anforderungen an die körperliche Geschicklichkeit die Kinder im Alltag zu bewältigen haben: beim An – und Ausziehen, bei der Einnahme von Mahlzeiten und bei den Toilettengängen. Hier müssen die Kinder komplexe Bewegungsabläufe steuern und subtile Wahrnehmung ihrer Körper – und Bewegungsgrenzen entwickeln. In unserem Kindergarten geben wir den Kindern die nötige Zeit diese alltäglichen Bildungsaufgaben zu bewältigen.

Spielen & Gestalten, Medien

In unserer pädagogischen Arbeit steht für uns das freie Spiel im Vordergrund. Um jedoch den Kindern neue Spiel – und Lernanreize zu geben, bieten wir ihnen zur Förderung verschiedene Angebote an. Als Beobachtungsgrundlage, welche Angebote für Kinder interessant sind, dient uns das Freispiel. Hier haben die Mitarbeiterinnen die Möglichkeit, die Kinder in verschiedenen Spielsituationen zu beobachten und wahrzunehmen und somit herauszufinden mit welchem Bildungsthema sich das Kind gerade beschäftigt. Diese Beobachtungen werden unter den Mitarbeiterinnen ausgetauscht und reflektiert.
Bei den Angeboten ist uns wichtig, das Interesse der Kinder zu wecken. Denn dadurch dass sie sich nach ihren Interessen entscheiden können an welchem Angebot sie teilnehmen möchten, setzen sie ihre Stärken ein und bauen sie aus.
Unangemessene Beschäftigung fördert für uns nicht unbedingt die Lernmotivation, sie macht eher Schwächen bewusst und mindert das Selbstbewusstsein. Wir berücksichtigen auch die unterschiedlichen Bedürfnisse und Entwicklungsstufen der Kinder, damit sie weder unterfordert noch überfordert werden.
Darüber hinaus fördern wir die Kinder mit immer wiederkehrenden Aktionen und nutzen unterschiedliche Instrumente zur Feststellung von Förderbedarf:
z.B.
• Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese – Rechtschreib - Schwäche und Hören Lauschen Lernen
• Turnen/Motorische Förderung
• Motorische Förderung im Außenbereich: Roller/Laufrad/Stelzen/Seilchen springen etc.
• Beobachtungsbögen des DJI
• Wahrnehmende Beobachtungen
• GaBiP: Ganzheitliches Bildungsprogramm zur Entwicklungsdokumenation

Im Spiel können die Kinder zuerst durch Nachahmung einen ersten Baustein zur Kommunikation erlernen. In der Imitation erweitert das Kind seine Möglichkeiten, Erfahrungsmuster können gefestigt werden, jedoch auch immer wieder neu und individuell zusammengesetzt werden. Durch das Einnehmen anderer Rollen, erlangt das Kind Distanz zu sich selbst und vermag auch sich von außen selbst wahrzunehmen. So gewinnt das Spiel vielfältige Wahrnehmungsmöglichkeiten für das Kind, die es einsetzen, weiterbilden und spezifizieren kann. In unserem Kindergarten gibt es die Spiele zum Hören und Sehen, Erfahrungen mit Bildern und Musik. Die Kinder werden herausgefordert alle Sinne einzusetzen beim Gebrauch der unterschiedlichsten Materialien und Techniken. Das Spiel ist ein selbstregulierender Bildungsprozess, indem Kinder sich der Wirklichkeit stellen, erleben sie diese als Erfahrungswelt ohne ihr realistisch gerecht werden zu müssen. Das Zusammenwirken von Wünschen der Kinder zum einen und die Notwendigkeiten der realen Welt lässt die Kinder lernen eine Balance zu finden um in der Welt bestehen zu können. Dabei hat jedes Kind einen anderen subjektiven Erfahrungsprozess.
Am Spiel können sich Kinder unterschiedlicher Altersgruppen, aber auch Erwachsene beteiligen. Jeder bringt seine eigene Facette der Wahrnehmung und Handlungsmöglichkeit ein um sich gegenseitig zu verständigen. Emotionale Fähigkeiten werden durch die Unterstützung der ErzieherInnen dadurch entwickelt, das Erwachsene Kindern zuhören, die Gefühle der Kinder ernst nehmen, sie bei ihren Aktivitäten ermutigen und Interessen der Kinder in der Angebotsplanung aufnehmen.
Gestalten ist eine besondere Form des Spiels. Die Kinder erhalten die Möglichkeit mit vielen unterschiedlichen Materialien ihre Gestaltungsabsichten auszuprobieren. Mit fortschreitendem Alter können die Kinder auch die unterschiedlichen Techniken selbständig anwenden, die ihnen von Erwachsenen gezeigt werden. Im Vordergrund stehen beim bildnerischen Gestalten das Experimentieren mit nicht vorgefertigten, formbaren Materialien wie Sand, Ton, Matsch, Knete, Sandknete. Jedes Kind gestaltet anders und wird nicht dazu gezwungen. Eltern können keine Massenproduktion von ihren Kindern erwarten.
Medien werden situationsbezogen entsprechend der Alltagserfahrungen der Kinder einbezogen (z.B. Computer, Fotoapparat, Videoaufnahmegerät, CD – Spieler).

Naturwissenschaftliche, Sach – und Kulturelle Umwelten

Kinder erleben ihr alltägliches Lebensumfeld nicht getrennt nach Natur und Kultur. Das Erleben der kulturellen Umwelt beschäftigt Kinder in allen Bereichen ihres Lebens. Im Kindergartenjahr 2014/2015 haben wir uns auf den Weg gemacht Naturwissenschaft und Technik mit dem Projekt „Haus der kleinen Forscher“ (und „Forschen mit Fred“) in unserem Kindergarten den Kindern zugänglich zu machen. In diesen Projekten haben die Kinder die Möglichkeit zum freien, beobachtenden und angeleiteten Experimentieren. Kinder können so selbständig Lösungen finden, diese fördern den Forscherdrang nach weiteren Lösungsmöglichkeiten. Das naturwissenschaftliche – logische Denken fördern wir durch das erforschen von Phänomenen; z.B. Kälte und Eis, Mischverhältnisse zu entdecken oder um sich über das Zusammenfügen von Teilen und Zerlegen eines Ganzen beim Bauen und Konstruieren mit den Grundlagen der Mathematik vertraut zu machen (Erfassen von Mengen, Zuordnung von Formen, Anzahl von Gegenständen). Die Kinder reflektieren die gemachten Erfahrungen mit der Erzieherin und das Erforschte wird schriftlich und mit Fotos für das Portfolio der Kinder festgehalten. So kann das Kind selbst gut verfolgen, was es gelernt hat.
Die Beziehung zur Natur umfasst alle Bereiche zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltall. Die Kinder erleben ihre Umwelt als sinnlich anregend, vielfältig und veränderbar. Es bieten sich den Kindern Anregungen für alle Sinne, durch die Formenvielfalt, die Kleinzelligkeit, Höhenunterschiede, unterschiedliche Bodenstrukturen (Wiese, Lehm, Steine, Sand) und Rückzugsmöglichkeiten. Die Begegnung mit der Natur intensiviert die Gefühle der Kinder, indem sie Bäume erklettern können oder Hänge rauf- und runterlaufen , Balancieren auf unterschiedlichen Materialien. Das Phänomen Wetter löst Körper - Empfindungen wie frieren, wohlfühlen oder schwitzen aus. Kinder lernen die daraus resultierenden Konsequenzen: warm anziehen, trinken oder Sonnenschutzmittel auftragen.
Der Zugang zur Natur und die Erkenntnisse die Kinder in ihr erfahren können, durch Sammeln, Betrachten, Umgehen, Sortieren und Ausprobieren. Pflanzen und Tiere brauchen Pflege; bei der Anlage und Pflege von Gemüse – und Blumenbeeten bis zur Ernte erfahren die Kinder Übungsfelder. Durch Erkundungen in der Natur bei der Waldwoche werden den Kindern die Liebe zur Natur, ein größeres Umweltbewusstsein und die Schöpfung Gottes vermittelt. Wir schützen Pflanzen, wenn wir ihren Nutzen kennen lernen und überlegen Lösungen zur Müllvermeidung.
Spuren lesen im Jahreslauf mit all seinen Unterschieden lassen die Kinder Geheimnisvolles entdecken und laden die Kinder ein selbst Spuren und Zeichen zu hinterlassen (im Schnee, im Matsch, im Sand).

Rhythmisch – musikalische Erziehung

Die Kinder haben die Möglichkeit, sich mit der Fülle der akustischen (Geräusche) und musikalischer (Melodien) Erscheinungen und Instrumenten auseinanderzusetzen und durch Experimentieren zu eigenen Ausdrucksformen zu gelangen. Die musische Sensibilität der Kinder und die Freude an der Musik werden gefördert, z:B. durch Lieder, Spiele und Tänze. Kinder können selbst Instrumente bauen und spielen und diese bei musikalischer Begleitung von Liedern und Klanggeschichten einsetzen. Rhythmik erfahren die Kinder durch von ErzieherInnen angeleitete Bewegungserziehung, z.B. durch Klatschen, Stampfen, Gehen und Tanzen.

Religion und Ethik

Kinder sind Geschöpfe Gottes, die uns als evangelischen Mitarbeiterinnen einer evangelischen Kindertageseinrichtung anvertraut werden. Wir sind uns der höchsten Verantwortlichkeit ihnen gegenüber bewusst.
Im täglichen Miteinander wollen wir erreichen, dass die Kinder erleben und erfahren, dass jeder Mensch von Gott gewollt und angenommen ist.
Es sind verschiedene Gaben – aber es ist ein Geist. 1. Kor. 12,4
In Glauben, Liebe, Hoffnung gemeinsam auf dem Weg.
So lautet das Leitbild der ev. Trinitatis – Kirchengemeinde Witten an dessen Standort Sandstrasse wir in nächster Nachbarschaft miteinander leben, arbeiten und Glaube praktizieren und weitervermitteln.
Jedes Kind wird von uns in seiner Einzigartigkeit, mit Stärken und Schwächen angenommen, genauso wie es Jesus tat.
Von Gott haben wir einen freien Willen bekommen und so akzeptieren wir die Kinder als eigenständig handelnde Individuen. Dies soll den Kindern das Gefühl von Selbstsicherheit geben, dass sie spüren, so wie es ist, ist es gut.
Wichtig für uns ist, die Kinder dazu anzuleiten ihre eigenen selbständigen Entscheidungen zu treffen. Hierbei bieten wir Hilfe und Unterstützung an.
Fragen der Kinder nehmen wir ernst und ermutigen sie, immer wieder neue Fragen zu stellen. Durch die Fragen der Kinder werden auch wir herausgefordert, gemeinsam mit ihnen nachzudenken. Eine Erfahrung für Kinder ist, dass auch Erwachsene nicht auf alle Fragen eine Antwort parat haben, aber nach Antworten suchen. Die Kinder machen während des Kindergartenalltages Erfahrungen mit Nächstenliebe, der Bergpredigt und den zehn Geboten, welche Regeln und Normen beinhalten, die für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft/ Gesellschaft unerlässlich sind. Deren Beachtung und die Wahrung der Schöpfung lehren Sozialverhalten.
Unsere Kinder haben täglich die Möglichkeit, die Schöpfung als sorgsamen Umgang mit jeder Art von Leben zu erfahren und zu erlernen. Ein großes Außengelände und eine jährlich stattfindende Waldwoche, sowie regelmäßige Wald - Tage laden die Kinder zum Erleben und Begreifen der Natur ein.
Die Teammitglieder bringen entsprechend ihrer eigenen religiösen Entwicklungsgeschichte unterschiedliche Grundlagen mit in die Arbeit. Jede Mitarbeiterin hat eigene Glaubenserfahrungen gemacht, die sie in ihrer eigenen Art an die Kinder weitergibt. 1 Mitarbeiterin hat eine Langzeitfortbildung Religionspädagogik bereits erfolgreich abgeschlossen. Die dort erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen fließen in der Vorbereitung und Durchführung der Kinderkirche in Absprache mit dem Pfarrer ein.
In unserem Kindergartenalltag haben die Kinder viele Chancen und Freiraum religiöse Erfahrungen zu machen.
Sie erleben Spiritualität in der Kinderkirche, Familiengottesdiensten und während von uns erarbeiteten religionspädagogischen Projekten.
Wir erzählen biblische Geschichten und vertiefen diese durch Mal- und Bastelaktionen und auch durch Rollenspiele.
Wir beten mit den Kindern regelmäßig, z. B. vor dem Mittagessen, singen christliche Lieder und vermitteln Wissen über evangelische Feste, Traditionen und Rituale.
Regelmäßig wöchentlich finden im Kindergarten Gottesdienste statt, zu denen uns der Pfarrer besucht und den Gottesdienst in dem von uns dem Anlass entsprechend vorbereiteten Gemeindesaal mit den Kindern feiert. Themen dieser Gottesdienste sind der christliche Glaube und das Erleben des Kirchenjahres. Diese Themen finden sich auch im Kindergartenalltag wieder.
Wir nehmen mit den Kindern und deren Eltern an Familiengottesdiensten zu verschiedenen Anlässen im Kirchenjahr teil, wie z.B. Advent, Erntedank, Ostern, sowie Taufen, Verabschiedung, Einführungen. In diesen Gottesdiensten gestalten wir aktiv einen Teil mit.
Themen dieser Gottesdienste basieren auf der Lebenswelt der Kinder und werden von vom Kindergarten - Pfarrer und einem Vorbereitungsteam aus Kindergartenmitarbeiterinnen und interessierten Eltern erarbeitet.
Da es uns äußerst wichtig ist, christliche Grundwerte und die damit verbundenen biblischen Erzählungen weiterzugeben, treffen wir uns regelmäßig mit unserem Pfarrer. Während dieser Treffen möchten wir eine möglichst breite religiöse Basis schaffen, welche verstärkt und vielfältig in unsere pädagogische Arbeit einfließen soll.

Ernährung und Hygiene
Ernährung findet in unserer Kindertageseinrichtung in 2 wesentlichen wichtigen Tagesablaufpunkten statt:
- Beim Frühstück
- Beim Mittagessen.
Das Frühstück findet bei uns Im Kindergarten im Kindercafé in Form eines wechselnden Frühstückbuffets statt. Die Frühstückskultur hat sich in den letzten 5 Jahren in unserer Einrichtung verändert: frühstückten einst alle Kinder gemeinsam zur gleichen Zeit im Gruppenraum, ist es heute so, dass Kinder selbst den Zeitpunkt ihres Hungers bestimmen können und in einer vorgegeben Zeit (7.15 Uhr – 10.30 Uhr) frei frühstücken können. Bei dem selbstbestimmten Frühstück können Kinder so lernen, die Bedürfnisse des eigenen Körpers wahrzunehmen und dann dementsprechend zu handeln. Hierzu holen die Kinder sich aus dem Geschirrschrank im Gruppenraum selbständig Teller, Tasse und Besteck und decken ihren Frühstücksplatz am Frühstückstisch selbst ein. Tee, Wasser und Milch stehen als Getränkeauswahl den Kindern immer zur Verfügung. Um den Kindern ein gesundes abwechslungsreiches und ausgewogenes Frühstück anzubieten, haben wir die Tage unterschiedlich aufgeteilt:
- Montag: Müsli und unterschiedliche Sorten von Cerealien, sowie Obst und Gemüse
- Dienstag und Donnerstag: Brot, Zwieback, Knäckebrot, Reiswaffeln, unterschiedliche Sorten Käse, sowie Obst und Gemüse
- Mittwoch: Brot, Zwieback, Knäckebrot, Reiswaffeln, Wurst für Nicht – Muslime und Muslime, Obst und Gemüse
- Freitag: Brot, Zwieback, Knäckebrot, Reiswaffeln, Marmelade, Schokoladenaufstrich, Honig
An zweiter Stelle findet die Auseinandersetzung mit Ernährung beim Mittagessen und Snack statt.
Beim Snack erhalten die Kinder (35-Stunden – Buchung) ein sogenanntes „2. Frühstück“ in der Einrichtung. Auch hier decken die Kinder ihren Essplatz selbständig mit Geschirr und Besteck ein. In gemütlicher Runde im Gruppenraum wird gemeinsam gegessen.
Auch die Erzieherinnen essen einen Snack in Vorbildfunktion.
Auch das Ritual des Tischgebetes und sowie das gemeinsame Beginnen des Snack ist für uns selbstverständlich.
Warmes Mittagessen gibt es zurzeit ausschließlich für die Kinder mit 45 Stunden Buchungen. Hierbei wird in 3 Gruppen gegessen, um den Kindern eine ruhige und angenehme Atmosphäre anzubieten. Hierzu haben wir einen unserer Nebenräume zu einem Essraum umfunktioniert.
Bei der Vorbereitung zum Mittagessen sind die Kinder beim Eindecken der Tische mit eingebunden.
Porzellangeschirr, Servietten, Besteck und Gläser gehören bei uns zu einer guten Tischkultur dazu. Auch das Ritual des Tischgebetes und sowie das gemeinsame Beginnen der Mahlzeit ist für uns selbstverständlich. Um einen gemeinsamen Anfang zu gewährleisten verteilen die Erzieherinnen die erste Portion an die Kinder, dies sichert auch, dass alle Kinder von dem Essen etwas abbekommen.
Hygiene
Unter Hygiene versteht man die Gesamtheit aller Verfahren und Verhaltensweisen, mit dem Ziel, Erkrankungen zu vermeiden und der Gesunderhaltung der Kinder und Mitarbeiter der Tageseinrichtung zu dienen.
Die Vermeidung von ansteckenden Krankheiten ist eine Voraussetzung für das Zusammenleben in der Tageseinrichtung.
Zur Sicherung der Gesunderhaltung der Kinder ist bei ihrer Aufnahme in die Tageseinrichtung Einsicht in das Vorsorge – Untersuchungsheft und in das Impfbuch der Kinder erforderlich; sollten diese nicht vorliegen, ist ein ärztliches Attest vorzulegen, ebenso nach überstandener ansteckender Krankheit. Ansteckende Kinderkrankheiten sind der Tageseinrichtung sofort zu melden.
Kindertageseinrichtungen unterliegen den Bestimmungen des IfSG (Infektionsschutzgesetz) und werden durch das Gesundheitsamt überwacht.
Die Mitarbeiterinnen der Tageseinrichtung sind alle nach § 43 Absatz 1 Nr.1 und § 35 Infektionsschutzgesetz belehrt worden.
Die Eltern werden in unserer Tageseinrichtung nach § 35 Infektionsschutzgesetz belehrt. Dies ist durch eine Unterschrift der Eltern in den Unterlagen der Kinder dokumentiert.